Positionen
Als starke Allianz suchen wir den Dialog mit der Politik, um regulatorische Rahmenbedingungen zu schaffen, die der Marktrealität entsprechen und Investitionen langfristig absichern. Wir sind davon überzeugt, dass Deutschland durch partnerschaftliches Handeln und eine gemeinsame Vision zum Vorbild für eine verlässliche und zukunftsfähige Mobilität im Herzen Europas werden kann. Gemeinsam schaffen wir die Grundlage für einen Standort, der technologische Exzellenz mit nachhaltiger Verantwortung verbindet.

Marktgetriebene Preistransparenz
Wir stehen für faire, marktgetriebene Tarifstrukturen, die durch Transparenz das Vertrauen der Verbraucher in die Elektromobilität nachhaltig stärken. Wir setzen uns ein für einen offenen Wettbewerb ohne Preisdeckel, flankiert durch eine spürbare Reduktion staatlich induzierter Kostenbestandteile wie Netzentgelte und Stromsteuer.
Ein zentraler Faktor für die Akzeptanz der Elektromobilität ist das Vertrauen in nachvollziehbare Preise. Wir unterstützen die Ziele der europäischen AFIR-Verordnung für eine diskriminierungsfreie Preisgestaltung vollumfänglich. Echter Wettbewerb und Flexibilität sind dabei die besten Garanten für kundenorientierte Angebote und hohe Innovationskraft. Um Transparenz zu schaffen, bedarf es einer sachlichen Aufklärung: Die reinen Stromkosten machen oft nur ein Drittel des Preises aus, während zwei Drittel auf staatlich regulierte Bestandteile wie Steuern und Netzentgelte entfallen. Ein direkter Vergleich mit Haushaltsstrom greift zu kurz, da Investitions- und Betriebskosten der Infrastruktur berücksichtigt werden müssen.
In der Praxis führt die Vielfalt an Akteuren (Ladesäulenbetreiber und Mobilitätsdienstleister) und Roaming-Modellen zu komplexen Kostenstrukturen. Da dem Ladesäulenbetreiber die Preisstrukturen der verschiedenen Ladekartenanbieter nicht bekannt sind, ist die Anzeige individueller Endkundenpreise an der Säule technisch oft nicht realisierbar. Wir befürworten daher den Ad-Hoc-Preis als verbindlichen, transparenten Referenzwert an der Ladestation. Ineffiziente Regulierungsmodelle wie Preisdeckel oder ein verpflichtendes „Durchleitungsmodell“ lehnen wir konsequent ab, da diese den administrativen Aufwand erhöhen, ohne die tatsächlichen Betriebskosten zu senken. Die Lösung liegt in der Senkung staatlicher Kostentreiber: Wir setzen uns für eine Reduzierung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß und eine Senkung der Netzentgelte ein, um Spielraum für attraktivere Tarife zu schaffen.

Paul Tonini
Vorstand
Echter Wettbewerb und die Flexibilität in der Preisgestaltung sind die besten Garanten für kundenorientierte Ladeangebote, echte Preistransparenz und eine hohe Innovationskraft im Markt.

Christoph Strecker
Vorstand
Die Verfügbarkeit von geeigneten Flächen ist nach wie vor ein limitierender Faktor für den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Insbesondere bei der Vergabe öffentlicher Flächen ist fairer Wettbewerb geboten, um der steigenden Anzahl von Elektroautofahrern ein attraktives, flächendeckendes und wirtschaftlich tragfähiges Ladeangebot zu bieten.
Transparente Vergabepraxis und Standortverfügbarkeit
Wir setzen uns ein für einen diskriminierungsfreien und transparenten Zugang zu geeigneten Standorten, um Elektromobilität flächendeckend zum Erfolg zu führen. Wir stehen für faire Bieterverfahren und den Abbau wettbewerbsverzerrender Privilegien, um einen marktgerechten Ausbau des Ladeangebots zu gewährleisten.
Der zügige Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur ist ein zentrales Instrument der Mobilitätswende. Eine der größten Herausforderungen bleibt jedoch der Zugang zu öffentlichen Flächen, insbesondere auf kommunaler Ebene. Hier genießen lokale staatliche Akteure oft unfaire Wettbewerbsvorteile. Kommunen vergeben attraktive Grundstücke häufig direkt an eigene Stadtwerke, anstatt sie offen auszuschreiben. Dies führt zu Marktverzerrungen, schränkt das Ladeangebot ein und reduziert die Entscheidungsfreiheit der Bürger bei Preis und Qualität. Wir setzen uns für verbindliche Vorschriften für echte, offene und faire Bieterverfahren ein.
Auch veraltete regulatorische Rahmenbedingungen behindern die Standortwahl. Unflexible Bebauungspläne untersagen oft die Errichtung von Ladeparks in Gebieten wie reinen Bürolagen. Zudem machen restriktive Ausschreibungsbedingungen, wie Vorgaben zu einem einheitlichen Erscheinungsbild, den Betrieb für private Anbieter oft unwirtschaftlich. Ein weiteres Handlungsfeld besteht an Bundesautobahnen. Zukünftige Ausschreibungen für Fernverkehrsstandorte müssen transparent und ohne Vorgabe zu starrer Geschäftsmodelle erfolgen. Die erfolgreiche Elektrifizierung braucht Flächen, die nach Leistung und Innovationskraft vergeben werden – nicht nach lokaler Zugehörigkeit oder veralteten Monopolstrukturen. Nur durch fairen Wettbewerb schaffen wir ein attraktives und wirtschaftlich tragfähiges Angebot für alle Nutzer.

Effiziente Genehmigungsverfahren
Wir setzen uns ein für modernisierte und voll digitalisierte Genehmigungsverfahren, die das Ausbautempo der Ladeinfrastruktur wirksam beschleunigen. Wir stehen für klare baurechtliche Standards, die Genehmigungsfreiheit von Transformatorenstationen und praxistaugliche Lärmschutzvorgaben.
Investitionsbereitschaft allein reicht nicht aus, solange administrative Hürden den Ausbau bremsen. Die aktuelle Genehmigungspraxis ist oft durch analoge Prozesse geprägt; eine echte Digitalisierung fehlt meist. Ein gravierendes Problem ist die fehlende rechtliche Einordnung: Ladeparks werden oft behelfsweise als Tankstellen oder Industriebetriebe eingestuft. Wir setzen uns für eine eigene rechtssichere Kategorie im Baurecht sowie bundesweit einheitliche, digitale Antragsportale ein. Um den Ausbaustau aufzulösen, sind verbindliche Bearbeitungsfristen notwendig.
Besondere Verzögerungen entstehen bei notwendigen Nebenanlagen wie Transformatorenstationen. In elf Bundesländern erfordern diese noch immer langwierige Baugenehmigungsverfahren. Wir setzen uns dafür ein, Trafos als integrale Bestandteile der Infrastruktur grundsätzlich von der Genehmigungspflicht auszunehmen. Solange dies nicht gilt, sollten Genehmigungsfiktionen eingeführt werden: Ein Antrag gilt als bewilligt, wenn innerhalb von drei Monaten keine Entscheidung erfolgt. Auch veraltete Lärmschutzvorgaben behindern den Ausbau; moderne Ladeinfrastruktur wird oft wie eine Industrieanlage behandelt. Wir fordern standardisierte Prüfverfahren, die den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen. Darüber hinaus müssen E-Ladeplätze rechtlich vollumfänglich als reguläre Stellplätze anerkannt werden, um Konflikte mit Stellplatzverordnungen zu vermeiden. Schließlich bedarf es pragmatischer Lösungen im Eichrecht, damit der Austausch von Verschleißteilen nicht die gesamte Station außer Betrieb setzt.

Alexander Junge Stv. Vorsitzender
Investitionsbereitschaft und Technologie allein reichen nicht aus; erst modernisierte und digitalisierte Genehmigungsverfahren machen den Infrastrukturausbau zum echten Motor der Mobilitätswende.

Carlo Cumpelik
Vorstand
Nur wenn wir den Netzanschluss durch bundesweite Standardisierung und durchgängige Digitalisierung vom Flaschenhals zum Beschleuniger machen, wird der flächendeckende Ausbau gelingen.
Beschleunigter Netzanschluss
Wir stehen für einen synchronisierten Ausbau von Ladeinfrastruktur und Netzkapazitäten, um den flächendeckenden Zugang zur Elektromobilität zu gewährleisten. Wir setzen uns ein für die bundesweite Harmonisierung technischer Anschlussbedingungen und eine digitale „Netzampel“ für maximale Transparenz über freie Kapazitäten.
Der beschleunigte Ausbau eines effizienten Ladeangebots ist ein wesentlicher Baustein der Mobilitätswende. Netzanschlussprozesse müssen dafür standardisiert und digitalisiert werden. Aktuell führt die Fragmentierung der Netzbetreiberlandschaft zu einer Vielzahl unterschiedlicher Regeln und bürokratischer Abläufe. Dies hat zur Folge, dass Bearbeitungszeiten für Anschlüsse teilweise bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen. Ein entscheidender Hebel zur Beschleunigung ist die bundesweite Harmonisierung der technischen Anschlussbedingungen (TAB). Lokal abweichende Vorgaben verhindern derzeit den Einsatz standardisierter Hardware und vernichten wertvolle Skaleneffekte.
Die digitale Verfügbarkeit von Netzdaten ist ein weiterer Erfolgsfaktor. Momentan müssen Anträge oft ohne Kenntnis lokaler Kapazitäten gestellt werden, was zu Planungen ohne verlässliche Grundlage führt. Wir setzen uns für eine zentrale digitale Plattform ein, die freie Kapazitäten und den Bearbeitungsstand sichtbar macht. Eine solche „Netzampel“ würde Investoren Sicherheit geben und Netzbetreiber entlasten. Parallel dazu muss die Finanzierung des Netzausbaus neu justiert werden. Aktuell belasten Netzentgelte, die sich an einmaligen Lastspitzen orientieren, den Betrieb unverhältnismäßig. Wir plädieren für einen Verteilungsmechanismus, der Investitionen anreizt, statt sie durch hohe Betriebskosten zu bestrafen. Nur wenn wir den Netzanschluss durch Standardisierung und faire Finanzierung vom Flaschenhals zum Beschleuniger machen, gelingt der flächendeckende Ausbau.




